A. B. Schadow Heilpraktiker (Psychotherapie) und Psychosozialer Kunsttherapeut Mitglied im VFP
HP.Psychotherapie[at]gmx.de
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Die Biographiearbeit

Drei Kategorien der Biographiearbeit

      

psychische Entwicklung

 

sprirituelle Entwicklung

 

soziale Entwicklung

Biographiearbeit gibt es seit Mitte der 70er Jahre. Sie wurde inspiriert durch das anthroposophische Menschenbild von Rudolf Steiner und der daraus abgeleiteten ‚moralischen Technik’ von dem  niederländischen Psychotherapeuten Bernard Lievegoed.

Wir leben in einer Zeit, in der sich herkömmliche soziale Bezugssysteme zunehmend auflösen. Eine immer größer werdende Anzahl von Menschen sieht sich irgendwann in ihrem Leben konfrontiert mit dem Gefühl von Sinnverlust, dem Verlust an lebendigen Beziehungen und dem Verlust an Lebenswillen und der Liebe zum Leben schlechthin. Dahinter verbirgt sich die Sehnsucht nach einer neuen Bewusstseinsebene, von der aus wir unsere eigene Identität, von innen heraus und nicht auf äußere Autoritäten gegründet, definieren lernen. 

Dieser neuen Bewusstseinsebene zur Geburt zu verhelfen, heißt, von einer psychischen, sozialen und spirituellen Fragestellung aus zu arbeiten und auch, Türen in Seelenbereiche zu öffnen, die früher dem Alltagsbewusstsein verschlossen waren: Seelenbereiche, in denen pathologische Abweichungen und geistige Erkenntnisse unmittelbar nebeneinander liegen und oft miteinander verwechselt werden.

Bei der Suche nach der eigenen Wahrheit gibt es eine enge Verbindung zwischen Therapie und Identitätsentwicklungen. Biographieberatung arbeitet mit dieser Grenze. Sie möchte Menschen dabei helfen, die Sprache ihrer eigenen Lebensgeschichte lesen zu lernen durch das Erkennen von allgemeingültigen Gesetzmäßigkeiten im menschlichen Lebenslauf und dem Ergreifen von eigenen Lebensaufgaben.
Biographietherapie arbeitet mit der persönlichen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wobei die Vergangenheit und Zukunft als weit über das jetzige Leben gehend begriffen werden.
Dabei gilt es zum Erforscher des eigenen Lebens zu werden, der es lernt, sich selbst als objektiver Zeuge des Erlebten gegenüber zu treten und der sich, aus einer staunend interessierten Fragehaltung heraus, Zugang zu einem tieferen Erfassen der eigenen Lebensrealität verschafft. So gewonnene Einsichten setzen schöpferische Kräfte frei, die Zugang zu einem neuen kreativen Potential bei der Bewältigung der eigenen Lebensfragen geben. Der Weg führt so vom Menschen, der geschaffen wurde, zu einem, aus dem Erleben der eigenen Individualität heraus, am weiteren Schöpfungsprozess der Menschheit aktiv und kreativ Mitschaffenden.
Der Mythos, d.h. die übergeordneten Themen, die als Zeitaufgaben in der jeweiligen Biographie zum Ausdruck kommen, können, wenn sie als eigene Verantwortung erkannt und individualisiert werden, über ein gestärktes Ich-Erleben der Menschheit aus freiem Willen als Entwicklungskräfte wieder zur Verfügung gestellt werden.
Ein sehr weit gefasstes Ziel in der Biographiearbeit ist es, das eigene Leben mit seinen ganz besonderen Inhalten in ein Kunstwerk umzuwandeln.„
Das Individuum ist mithin sowohl Bild wie Künstler. Es ist der Künstler seiner eigenen Persönlichkeit.”

(Alfred Adler)
 

Die von mir entwickelte Lebensbildtherapie©’ wird in der Kunsttherapie bei der Bearbeitung bzw. Behandlung von biografischen Konflikte und Störungen eingesetzt. Die Arbeit an und mit der eigenen Biographie steht hierbei im Vordergrund. Der Klient arbeitet an dem eigenen Lebensbild, an seinen unbewussten positiven und negativen Lebensgefühlen und -erfahrungen, den Augenblicken und der stetigen fortschreitenden Zeit. Kandinsky bemerkte: „Vermag die Malerei dem Betrachter das bildnerische Werk in einem Augenblick zugänglich zu machen, so ist gerade die fortschreitende Zeit ein Element der Musik.” Damit hat Kandinsky den Augenblick und die fortschreitende Zeit als wesentliche Merkmale einer synästhetischen Erfahrung beschrieben. Der manifeste Augenblick wie er sich in jedem Bild offenbart und der fortgesetzte Augenblick – die Zeit – wie er sich in der Musik offenbart, bilden die künstlerischen Grundlagen für die Lebensbildtherapie.

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