„Psychosoziale Kunsttherapie ist ein am Arbeitsfeld und Klienten bzw. Patienten orientiertes, eklektisches kunsttherapeutisches Verfahren. Sie steht für eine integrative (Ansätze unterschiedlicher Therapieschulen zusammenfassende), interdisziplinäre (fächerübergreifende Verbindung von Kunst, Psychologie, Medizin, Pädagogik und Ästhetik sowie alle Künste umfassende), interkulturelle (Kulturen übergreifende) Orientierung.”
Sie therapiert psychosozial, d.h. auf psychische und soziale Ursachen zurückgehende Konflikte und Störungen durch die Anwendung künstlerischer Medien, wie Malerei, Schreiben, Lesen, Spielen, Plastizieren, grafische Gestaltung, Musik, Tanz und Bewegung u.a.. Im Mittelpunkt der Therapie steht allein das Interesse des Patienten.
Die Psychosoziale Kunsttherapie nutzt die Erfahrungen und Ausdrucksfähigkeit der verschiedenartigen Künste (Schreiben, Malen, Plastizieren, Tanzen, Musizieren) und bietet somit die Möglichkeit zur nonverbalen Interaktion von Gefühlen, Wünschen und Erlebnissen.
Der schaffende Patient kann durch das künstlerische Tun in einen Gedankenaustausch treten – mit sich selbst, dem Therapeuten oder anderen Betrachtern. Bilder, Texte, Bewegungen, Klänge sind sichtbar und hörbar gewordene Überzeugungen und Sinneseindrücke anhand derer sich Zusammenhänge erschließen und neue Erkenntnismöglichkeiten gewonnen werden können.
Künstlerische Arbeitsprozesse und die Begegnung mit unterschiedlichen Materialien verbildlichen in idealer Weise innere Zustände, Erfahrungen und Konflikte und sind damit geeignet, um Veränderungsprozesse modellhaft zu erfahren. Analog der Kunst bietet die Psychosoziale Kunsttherapie Raum für zweckfreies Erleben und angstfreies Experimentieren, um neue Lebensinhalte zu finden und den Menschen zum selbständigen Handeln zurückzuführen.
Im Gegensatz zur Ergotherapie die auch kreative Medien zur Beschäftigung und Rehabilitation motorischer und psychomotorischer Fähigkeiten der Patienten nutzt, trägt Psychosoziale Kunsttherapie zur Ich-Stützung und Ich-Stärkung bei und führt so zu einem somatischen, psychischen und intellektuellen Gleichgewicht.
„Denn eine Therapie, die ihren Namen verdient, führt zur Lebenskunst; und eine Kunst, die ihn verdient, steigert die Lebensfähigkeit. (…) Kunst und Therapie haben ein Ziel: Befähigung zum eigenen Leben. (…).” (Adolf Muschg, 1981)